Kisdorfer Sozialdemokraten informieren



Verkehr
siehe auch Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern


Wir halten den Umbau des Verkehrsknotenpunktes „Wesselkreuzung” zum Kreisverkehr für verhängnisvoll und schädlich für die Wohnqualität in Kisdorf. Der Gemeinde Kisdorf ist in der überregionalen Planung die Funktion als Wohngemeinde zugewiesen. Solchermaßen geförderter und geduldeter Verkehrsfluss konterkariert diese Funktion.

Der Kreisel:

legt den regionalen und überregionalen Durchgangsverkehr für die nächsten Jahrzehnte auf Kisdorf fest.

  • macht die Strecke für den Durchgangsverkehr zügiger befahrbar und damit attraktiver. Er wirkt geradezu als Einladung.

  • ist mit einer Kapazität von 25.000 Fahrzeugen pro Tag sehr leistungsfähig. Dieser Umstand wird ganz sicher in die künftige Planung und Lenkung von Verkehrsströmen einbezogen werden.

  • Der Kreisel wird über den Ausbau der A7 hinaus (2014-2018) dazu beitragen, dass die Umgehungsstrecke Kaltenkirchen-Kisdorf-Henstedt-Norderstedt nach Hamburg als Alternative zur Autobahn dauerhaft wahr- und angenommen wird.

  • In den aktualisierten Routenplanern und Navi-Updates wird sich dies zum Nachteil Kisdorfs niederschlagen.

Schon heute - bei einem Verkehrsaufkommen von ca. 3 Mio. Kfz. pro Jahr in Richtung Nord-Süd und nahezu 3 Mio. Kfz in Richtung Ost-West - kommt es zu erheblichen Belästigungen an den Durchgangsstraßen. Bei den zu erwartenden Zuwachsraten, besonders des gewerblichen Schwerlastverkehrs aus den Gewerbegebieten der benachbarten Großgemeinden, wird sich die Situation noch deutlich verschärfen.

Die Umbaukosten dürften sich auf ca. 1/2 Mio. € belaufen. Schleswig-Holstein ist hoch verschuldet und hängt am Dauertropf des Länderfinanzausgleichs. Gibt es nichts Wichtigeres zu finanzieren als den mittlerweile zum Prestigeprojekt der Kisdorfer CDU gewordenen Kreisel?

In einem Vortrag in Kaltenkirchen zum Thema Lärmaktionsplan legten Experten des Umweltministeriums u.a. dar, dass hohem Verkehrsaufkommen und Lärm ausgesetzte Straßen und Ortsteile hinsichtlich des Wohnwertes, der erzielbaren Mieten oder Immobilienpreise "degradieren". In der Folge seinen sogar prekäre Entwicklungen dieser Ortsteile feststellbar.

Wir wollen den schutzwürdigen Belangen der Anwohner an den Verkehrswegen und der Wohnqualität in der Gemeinde Vorrang einräumen gegenüber rein verkehrstechnischen Erwägungen und Begehrlichkeiten. Wir wollen den Umbau zum Kreisverkehr verhindern.

Am 13.05.2014 hat die SPD im Verkehrsausschuss den Antrag gestellt, die Gemeindevertretung möge vor dem Hintergrund neuer Rahmenbedingungen und Argumente über den Umbau zum Kreisverkehr neu beschließen. Der zuständige Fachausschuss hat sich dem Antrag mit Mehrheit angeschlossen.

Üblicherweise folgt die Gemeindvertretung den Empfehlungen des Fachausschusses - nicht so in Kisdorf. Man ignorierte die Bedenken des Ausschusses und votierte mit knapper Mehrheit für den Umbau der Kreuzung. Seither versucht der Bürgermeister bei jeder sich bietenden Gelegenheit, sein Lieblingsprojekt voranzutreiben. Die Befassung mit dem zunehmenden Verkehr und der Lärmbelastung auf Kisdorfs Durchgangstraßen ist zurückgestellt - vorgeblich bis zur Fertigstellung zweier Bauprojekte im Dorf und des Kreisverkehrs.